Der Hafen von Dar Es Salaam in Tansania
Wie finde ich ein Frachtschiff auf die Komoren? Die Geschichte fängt an in Dar Es Salaam, der größten Stadt in Tansania. Wir befinden uns Ende des Jahres 2025. Noch ahne ich nicht, dass diese Geschichte erst ein halbes Jahr später wirklich enden wird. Aber zunächst einmal versuche ich, vom Hafen aus ein Frachtschiff auf die Komoren zu finden. Kein ganz einfaches Unterfangen – wie sich bald herausstellen wird. Der wichtigste Hafen in Tansania ist groß. Nach etlichen Versuchen finde ich endlich den passenden Abschnitt, von dem die Schiffe in Richtung Komoren ablegen. Port 1 – nur einige hundert Meter westlich von jenem Punkt, an dem die Fähren nach Sansibar ablegen. Damit habe ich jedoch erst den einfachsten Teil geschafft. Der Ort ist chaotisch. Einige Träger lungern herum, auf der Suche nach Arbeit. Ein Mann auf einem Fahrrad verkauft Kokosnüsse. Menschen mit Akkreditierungen und gelber Warnweste gehen ein und aus.
Auf der Suche nach Informationen
Die nächsten Tage verbringe ich damit, Informationen einzuholen. Gar nicht so einfach. Der Hafen ist ein Ort, an dem man fünf Personen fragt und dann fünf verschiedene Auskünfte bekommt. Von „kein Problem“ über „möglich“ bis zu „unmöglich“ ist alles dabei. Der Zutritt zum Hafen gestaltet sich als schwierig. Sicherheitsvorschriften, Misstrauen und Verständigungsprobleme machen alles schwer. Ich bekomme keine Möglichkeit, direkt mit einem Kapitän zu sprechen. Und dann ist da noch das Problem mit Mayotte. Das kleine französische Übersee-Department zieht illegale Einwanderer an. Daher nehmen die Schiffe, die die südlichste Insel der Komoren ansteuern, keine Passagiere mit.
Neue Hoffnung in Kilwa
Schweren Herzens fahre ich nach zwei Wochen weiter nach Kilwa, wo sich mir zufällig eine weitere Chance auftut. Ein komorisches Frachtschiff liegt im kleinen Hafen vor Anker, der Hafen ist beinahe offen zugänglich und der Kapitän sieht keine Probleme, mich mitzunehmen. „Wir warten nur auf einige Güter, wollen aber danach los. Vielleicht in einer Woche.“ Es wird schlussendlich mehr als ein Monat vergehen, bis das Schiff endlich ablegt. Ohne feste Informationen und mit vielen „Vielleichts“. Wer wenig Geduld hat, wird sie hier lernen. Als es endlich so weit ist, weiß ich nicht, auf was für eine Odyssee ich mich da einlasse. Sie wird für mich sogar im Gefängnis enden…
Informationen
Der Hafen in Dar es Salaam: Gate 1 oder Gate 2 (nahe der Central Police Station/Tanzania Port Authorities Headquarters)
Die Location: -6.823102, 39.285691 (google maps)
Preis: Verhandlungssache (zwischen 150 € und 200 €). Passagiere aus Tansania und von den Komoren 400 000 TZS bezahlt (zu diesem Zeitpunkt etwa 140 €)

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